Atemwege
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- Kategorie: SCHWERPUNKT
- Veröffentlicht am Dienstag, 13. Dezember 2011 07:01
Atemwege
von Dr. Katharina Krassnig
Diagnostik nach TCM und Behandlung mit Westlichen Heilkräutern
Die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) ist eine über Jahrtausende überlieferte und systematisierte medizinische und phytotherapeutische Erfahrungsheilkunde. Am Beispiel der Atemwege lässt sich der Unterschied der Sichtweisen der TCM und der westlichen Medizin gut verdeutlichen. In der westlichen Medizin werden obere Atemwege (Nase, Nasennebenhöhlen) und untere Atemwege (Lunge und Bronchien) unterschieden.
In der TCM ist die Lunge eines der 5 Yin-Organsysteme, auch Funktionskreise genannt. Im Entsprechungssystem des Körpers werden der Lunge zugeordnet: Nase (+Nebenhöhlen), Nasensekret, Haut- und Schweißdrüsen, Körperhaar, die Emotion Trauer und als geistig-seelisches Prinzip Po, die Körperseele, die für Instinkt, Bewegung, Gleichgewicht und Atmung verantwortlich ist.
Das zugehörige Yang-Organ ist der Dickdarm, der ebenfalls für Aufnahme und Ausscheidung zuständig ist.
1. Funktionen der Lunge nach TCM:
Die Lunge herrscht über das Qi und die Atmung
Atmung und Qi (Energie) sind eng miteinander verbunden. Die Lunge produziert Qi aus der Luft (Tai Qi- himmlisches Qi). Aus dem Qi, das aus der Nahrung extrahiert wird (Gu Qi, Nahrungs Qi) und dem Qi der Atmung entsteht Zong Qi (Brustkorb Qi). Dieses ist verantwortlich für den Herzschlag, die Atembewegung und die Stimme und wird auch im Körper verteilt.

Die Lunge verteilt und sendet nach unten
Die Verteilung des Zong Qi erfolgt einerseits nach außen oben als Abwehr-Qi (Wei Qi) und nach innen unten zur Niere, dem Jing Qi (Bauenergie), um im Inneren zu fließen.
Die Lunge reguliert die Bewegungen des Wassers
Eine Funktion der Lunge ist die Verteilung von Flüssigkeiten - bei Störung dieser Funktion kann es zu Ödemen v. a. im Oberkörper oder zu starkem Schwitzen kommen.
Die Lunge herrscht über die Körperoberfläche
Sie verteilt Qi und Flüssigkeiten zur Oberfläche und ist verantwortlich für die Resistenz gegen äußere pathogene Einflüsse.
2. Krankheitsursachen, Pathogene Faktoren und Syndrome
Wesentlich für Störungen im Funktionskreis Lunge sind äußere Pathogene Faktoren wie Wind, Kälte, Hitze, Trockenheit, Feuchtigkeit oder auch Kombinationen derselben, die durch die Oberfläche (Haut) in den Körper eindringen.
Als innere Pathogene Faktoren zählen Schwächungen durch emotionale Störungen oder - im weiteren Sinne - Störungen resultierend aus anderen Syndromen. So entsteht Schleim häufig auch durch einen Energiemangel im Milz/Pankreassystem und wird dann in der Lunge abgelagert. Aus dem Zusammenspiel der pathogenen Faktoren und den Reaktionen des Körpers entstehen die Symptome, die zu Mustern, den Syndromen zusammengefasst werden. Daraus werden die Therapieprinzipien (TP) abgeleitet. Die Diagnostik erfolgt mittels der klassischen Methoden Sehen (inkludiert Zungendiagnose) Hören (inkludiert Fragen), Riechen und Tasten (inkludiert die Pulsdiagnose).
3. Kräutertherapie nach TCM - Diagnostik
In meiner Praxis verwende ich hauptsächlich Tinkturen und Teemischungen mit westlichen Kräutern, die entsprechend der TCM klassifiziert und in der Rezeptur aufgrund ihrer synergistischen Wirkung passend zur Syndromdiagnose zusammengestellt werden.
Beispiele: Die folgenden Rezepturen basieren auf Angaben von Jeremy Ross, modifiziert nach eigener praktischer Erfahrung der Autorin.





Literaturempfehlungen:
Ross, Jeremy (2003): Combining Western Herbs and Chinese Medicine. Seattle
Ross, Jeremy (2009): Eine klinische Materia Medica, Verlag für ganzheitliche Medizin, Kötzting
Dr. Katharina Krassnig
Ärztin f. Allgemeinmedizin
Wiener Schule für TCM;
This e-mail address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it. , www.wstcm.at